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Kinderdorf Grifte

Nichtoffener Realisierungswettbewerb: Neubau von zwei Kindergärten in Edermünde

 

Idee
Der neue Kindergarten in Grifte ist als ein Dorf für Kinder konzipiert. Dieses Kinderdorf lehnt sich in Systematik und Organisation an gängigen Strukturen an, mit denen Kinder in dieser ländlich geprägten Region aufwachsen. Es besteht aus einzelnen Häusern, die unterschiedliche Nutzungen beherbergen und einer Abfolge aus Straßen und Wegen angeschlossen sind. Es entsteht so eine clusterartige Struktur, welche sich auf dem Grundstück mit der umliegenden Landschaft verzahnt und qualitative Außenräume definiert. Das Bilden kleinerer Adressen wie auch das Differenzieren der Funktionen sind dabei grundlegende Aspekt unserer Konzeptidee.

 

Städtebau
Das Grundstück des neuen Kinderdorfes befindet sich am nördlichen Ortsrand von Grifte, im Norden und Westen grenzt ein Wohngebiet mit Ein- und Mehrfamilienhäusern an. Die Bereiche südlich und östlich des Grundstücks werden derzeit landwirtschaftlich genutzt. Die vorhandenen gebauten Strukturen zeigen eine regional übliche Dichte und Körnung. Die Kubatur der Häuser des Kinderdorfes ist an den weit verbreiteten Typus "Haus mit Satteldach" angelehnt. Durch die bauliche Gliederung des Kinderdorfes und die Verzahnung mit der Landschaft entsteht eine dem Ort und dem Nutzer angemessene Maßstäblichkeit - eine Siedlung für Kinder.

 

Organisation
Das Kinderdorf Grifte besteht aus sechs Häusern, die unterschiedliche Funktionen aufnehmen. Durch die Setzung der einzelnen Häuser auf dem Grundstück und zueinander entstehen Straßen, Wege, Plätze und Freiräume unterschiedlicher Dimension und Qualität. Diese "Fugen" zwischen den Häusern spielen in unserem Entwurf eine besondere Rolle. Sie dienen der Erschließung der Häuser, vielmehr sind es allerdings Orte der Begegnung und Vernetzung: Kita-Forum, Kindercafé, Spielflure, Garderobenbereiche, Stiefelgänge, ruhigere Zonen, Leseecken. In der Fuge zwischen zwei Häusern am westlichen Ende des Kinderdorfes wird ein einladendes, großzügiges Entrée geschaffen, welches direkt auf das Kita-Forum trifft. Dieses Forum mit dem angrenzenden Kreativhof ist das Herz des Kinderdorfes. Ein Platz des Ankommens, Orientierens und Verteilens, darüber hinaus aber für vielseitige Nutzungen ausgelegt. Betreuer, Eltern, Kinder und Gäste können an diesem Ort zusammenfinden und ihn unterschiedlich bespielen. Der Kreativhof gibt viele spannende Blicke frei, gestattet eine visuelle Verbindung zwischen den Zonen und lässt das Nehmen kurzer Wege zu. Diese konsequent transparente Gestaltung der Fugen unterstützt die Atmosphäre eines offenen Gebäudes für Kinder, Betreuer und Gäste.

 

Freiraum
Die besondere Lage am Ortsrand als Schnittstelle zwischen Siedlungs- und Naturraum wird als eine Chance verstanden, ein Kinderdorf mit besonderen Qualitäten zu entwickeln. Zu drei Seiten wird das Kinderdorf von Gärten und Landschaft umgeben, von Süden erfolgt die Zuwegung und Anlieferung. Die Freiflächen für Gruppen und Krippen sowie der Aktionsgarten werden als großzügige, zusammenhängende Gartenflächen angelegt. Sie enthalten Möglichkeiten zum spielen, toben, sitzen und verweilen. Der Baumbestand bleibt in vollem Umfang erhalten und wird entsprechend der angelegten Nutzungen partiell erweitert. Die Spielbereiche der Kinder liegen vor den jeweiligen Häusern. Den Übergang zwischen Haus und Garten bildet eine Veranda, welche als überdachter Außenraum fungiert. Im Sommer dient diese Vorzone der Verschattung, vor schlechtem Wetter bietet sie Schutz. Der Anteil der versiegelten Flächen wird möglichst gering gehalten. Die befestigten Flächen im Spielgarten werden mit einem wasserdurchlässigen Belag befestigt und bieten dadurch im Übergang zum Naturraum eine angenehme, pflegeleichte Begrünung. Die Konzeption einer Symbiose aus vorhandener Ortschaft und dem neuen Kinderdorf mit Häusern, Straßen, Wegen, Plätzen, Hof, Gärten und Landschaft vervollständigt den Siedlungsgedanken.

 

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