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Gedenkstätte und Museum Trutzhain

Generalisierung und Ausstellungskonzeption der Wachbaracke im STALAG IX A Ziegenhain

 

Auftraggeber: Magistrat der Stadt Schwalmstadt

Fertigstellung: 2003, Außenanlagen 2008

Projektteam: Volker Umlauff

Ausstellungsfläche: 200 qm

Baukosten: 1.300.000 € (KG 300, 400, 600)

Fotografien: Hans-Jürgen Grigoleit

 

In der Wachbaracke des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers STALAG IX A Ziegenhain wurde eine Gedenkstätte mit musealem Charakter eingerichtet. Das Raumprogramm umfasst vier Ausstellungsräume, Büro- und Seminarraum.

 

Nach der baulichen Analyse wurde das Gebäude entkernt und den Anforderungen entsprechend statisch und bauphysikalisch ertüchtigt. Die Bausubstanz musste dabei zu ca. 40 Prozent erneuert werden. Wesentliche Gestaltungselemente wie Fenster, Fensterläden und Dielenbeläge wurden im Originalzustand belassen und in Abstimmung mit der Denkmalpflegebehörde aufgearbeitet. Baulich notwendige Eingriffe sind bewusst in einer zeitgemäßen Sprache ausgeführt und als ablesbare Elemente hinzugefügt. Der Ausbau umfasst die gesamte Inneneinrichtung der Gedenkstätte und die museale Ausstattung.

 

Der ausgeführte Entwurf versteht sich als räumliche Umsetzung des Museumskonzeptes, das auf Initiative der Stadt Schwalmstadt zur Neukonzeption und Verlegung der bestehenden Sammlung erarbeitet wurde. Die Neueinrichtung der Gedenkstätte in einen Teil einer früheren Wachbaracke im Seilerweg setzte eine Grundinstandsetzung des Gebäudes und die Umorganisation für museale Zwecke voraus. Das baulich-räumliche Konzept sollte eine sensible Präsentation der Exponate in Themengebieten ermöglichen und als Seminar für Studienzwecke und pädagogische Arbeit dienen.

 

Die Wachbaracke ist Teil der musealen Anlage, die nur in Verbindung mit dem authentischen Ort und der Erlebbarkeit der Außenbereiche als vollständig angesehen werden kann. Eine inhaltliche Vorbereitung auf die ehemalige Lagerstraße mit den angrenzenden Gebäuden, die Friedhöfe und die Gedenkstätte erfolgt im Museum.

 

Der Leistungsumfang umfasste die gesamte Inneneinrichtung der Gedenkstätte mit musealer Ausstattung, die Installation des Informations- und Leitsystems "historischer Rundgang durch den Ort Trutzhain bis zu den Friedhöfen" sowie die Neuordnung des gesamten Denkmalbereiches.

 

Das Gebäude ist Teil der strengen städtebaulichen Figur des ehemaligen Lagers und als solches denkmalpflegerisch zu behandeln, jedoch erforderte die Eingangssituation und die innere Organisation eine deutliche Bearbeitung. Im Gegensatz zu den erhaltenen Baracken, die ständig verändert und nach ländlicher Mode überformt wurden, wirkt die Straßenfassade der Gedenkstätte mit der zeichenhaften Eingangssituation erstaunlich authentisch und nimmt im städtebaulichen Gefüge eine Sonderstellung mit hoher Akzeptanz innerhalb der Gemeinde ein.

 

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