Sonderausstellung
„Grubenunglück Borken /Stolzenbach, 1.6.1988”
Hessisches Braunkohle Bergbaumuseum Borken

Die Sonderausstellung „Stolzenbach“ wurde im Dachgeschoss des „Hessischen Braun-kohle Bergbaumuseum Borken“ eingerichtet. Der liegende Dachstuhl mit geringer Raumhöhe und Beeinträchtigung des Raumes durch Sprengwerke ist für die Darstellung einer Ausstellung mit dokumentarischem Charakter wenig geeignet.

Der Kernbereich der Ausstellung wird unter der Kehlbalkenlage in einem eingestellten Raum von 3,5 x 15 m präsentiert. Er beherbergt 5 Themenfelder mit jeweils 2 Untergruppen und den Einsatz von 5 Monitoren für ca. 70 Minuten Filmmaterial. Der Einbau einer fugenlosen Lichtdecke in Größe der Grundfläche ermöglicht die schattenfreie Ausleuchtung der Exponate und neutralisiert die Dachkonstruktion.
Die Inszenierung emotional aufgeladener Großexponate zeigt die Wucht der Zerstörung in abgeschirmten schwarzen Kabinetten in den Abseiten. Die Einblicke sind durch schmale Öffnungen eingeengt.

Besonderen Raum nimmt die Präsentation der dokumentarischen Wiegmann-Fotografien ein. Die Schwarz-Weiß-Fotos zeigen den Alltag der Bergleute in der Grube Stolzenbach. In einer engen, gestreckten Raumsituation sind die Arbeiten in Vertiefungen neutraler Tableaus verglast. Die LED-Beleuchtung ist auf jedes einzelne Bild kalibriert. Die Präsentation ist reflexfrei und forciert die konzentrierte Auseinandersetzung mit den Arbeiten.

Bauherrschaft: Magistrat der Stadt Borken
Projektteam: Umlauff
Fertigstellung:
2008
Fotos:
Grigoleit/Hellwig, Kassel